Wolle braucht Feingefühl und echte Pflege

Sie hält warm, reguliert Feuchtigkeit und fühlt sich gut an. All das kann Wolle, wenn sie fachgerecht gepflegt ist. Denn verfilzt, mit unansehnlichem Pilling oder gar mit Mottenlöchern verlieren Bekleidung und Heimtextilien aus echten Naturfasern ihren Feelgood-Charakter. Daher pflegen Textilreiniger/innen im DTV-Fachbetrieb Ihre Lieblingsstücke so sanft und nachhaltig, dass sie auch in der nächsten Saison wieder so gut wie neu aussehen.

„In den Gesprächen mit Verbrauchern stellen wir immer wieder fest, dass es jede Menge Missverständnisse gibt, was die Pflege von Wolle betrifft“, sagt Textilreinigermeister Richard Sterr aus München. „Diese führen dazu, dass die Naturfasern ihren natürlichen Tragekomfort verlieren. Außerdem sind immer mehr Kunden sehr irritiert, weil ich ihnen bestätigen muss, dass die winzigen Löcher in ihren Lieblingsstücken von Motten stammen.“ Diese Begleiterscheinungen der sogenannten Kleidermotten sind mit dem anhaltenden Trend zu Naturtextilien wieder ein aktuelles Thema, betont der Experte im DTV. Ursache ist eine falsche oder mangelnde Pflege aufgrund von überholten Vorstellungen. Dazu gehört nach wie vor die Annahme, dass Schafwolle oder andere hochwertige Wollwaren selbstreinigende Eigenschaften besitzen. Oder dass ein ‚Lüften‘ der Textilien genügt, um sie wieder tragbar zu machen. Passend zum diesjährigen Modetrend Wolle klären wir einmal die gängigsten Irrtümer auf.

1. Irrtum: Lüften genügt, um Wolle wieder tragbar zu machen

Das ‚Lüften‘ von Kleidungsstücken oder Wohntextilien im Freien ist ein Relikt aus Urgroßmutters Zeiten, in denen das Waschen und Reinigen mit großem Aufwand verbunden war. Aus heutiger, hygienischer Sicht ist das keine nennenswerte Alternative. Denn mit dem Lüften kommen die Motten! Ungewaschene Textilien, die auf dem Balkon oder im Garten gelüftet werden, sind für sie ein gefundenes Fressen. Wie die meisten Schädlinge lieben sie Naturtextilien und suchen sich mit Vorliebe ein wolliges Plätzchen. Angelockt vom Duft getragener Kleidung und spätestens, wenn es dunkel wird, lassen sich die sogenannten Kleidermotten nieder, legen ihre Eier und sorgen für Nachwuchs. Nur selten fliegen sie direkt ins Haus, sie werden meist buchstäblich in den Kleiderschrank oder die Kommode getragen.

Der Experten-Tipp: Geben Sie Motten keine Chance!

Motten gehen nicht in frische, saubere Textilien, da sie hier keine Nahrung finden: keine Hautschuppen oder andere menschliche Rückstände, die sich in den Wollfasern hartnäckig festsetzen können. Eine rechtzeitige, fasertiefe Pflege in der schonenden Nassreinigung oder in der klassischen Textilreinigung im Lösemittel (Trockenreinigung) ist daher der beste Mottenschutz.

Zumal es eine Vielzahl von Wollarten in höchst unterschiedlichen Verarbeitungen gibt. Aufgrund ihres Fachwissens in der Textil- und Faserkunde erkennen die Experten im DTV-Fachbetrieb im Rahmen der fachmännischen Warenschau, um welche Wollart es sich handelt. Sie wissen auch dann, welche Behandlung angesagt ist, wenn die Pflegekennzeichnung fehlt, was bei allen von Hand gestrickten oder gehäkelten Stücken stets der Fall ist.

Eine Wäsche in der Haushaltwäsche ist oft ein Risiko und eine Handwäsche genügt selten, um Flecksubstanzen oder Schweiß komplett zu entfernen. Das ist selbst für voluminöse Wollwaren in den geräumigen Profimaschinen möglich. Hier kann sich das Gewebe frei entfalten, der Schmutz wird vollständig gelöst und zusammen mit Resten von Wasch- und Hilfsmitteln vollständig ausgespült.

2. Irrtum: Weniger Waschen schützt vor Pilling

Wolle neigt zum Pilling. Das liegt in ihrer Natur, in ihrer schuppenartigen Faserstruktur. Daher können sich durch mechanische Beanspruchung feine Knötchen (Pilling) auf der Oberfläche der Textilien bilden. Sie entstehen überall, wo es zur Reibung kommt: im Gürtelbereich, unter den Achseln oder auf den Schultern, unter anderem durch das Tragen von Umhängetaschen. Reine und hochwertig verarbeitete Wollwaren sind weniger anfällig, jedoch nicht generell pillingsicher.

Auch bei Wollmischungen mit Kunstfasern (Polyester, Polyamid oder Polyurethan), Naturfasern (Baumwolle) oder Viskose (mit baumwollähnlichen Eigenschaften), die durch einen Wollanteil aufgewertet werden, besteht Pilling-Gefahr. In diesen Fasergemischen ist die Wolle das schwächste Glied in der Faserkette und reagiert mit Abnutzungserscheinungen auf die Mechanik. Weniger Waschen, um Reibung zu vermeiden, ist allerdings keine Lösung.

Die Lösung: Mit Schonverfahren im Fachbetrieb sanft zur Wolle

Die Wäsche oder Reinigung sollte jedoch so schonend wie möglich sein, sprich mit geringstmöglicher Mechanik. Das garantieren moderne Hochleistungstechnik sowie ausgereifte Wasch- und Reinigungsverfahren. Während der Reinigung im Lösemittel, der traditionellen Trockenreinigung, ist jede Wollfaser vor Veränderungen geschützt. Da sie nicht mit Wasser in Berührung kommt, kann die Faser nicht quellen. Sie behält ihre Form und die Oberfläche des Textils bleibt einwandfrei, selbst nach zahlreichen Pflegezyklen.

Eine umweltgeprüfte Alternative ist die moderne Nassreinigung mit speziellen Schonverfahren, in denen die Struktur von Wollfasern und -geweben ebenfalls stabil bleibt. In dem international anerkannten Wet-Cleaning-Verfahren sind Wasch- und Trocknungsprozesse exakt aufeinander abgestimmt. Die Trocknungstemperatur lässt sich minutiös steuern, wodurch ein schädigendes Übertrocknen vermieden wird, und der Kuscheleffekt ist garantiert.

Ergänzend zu den schonenden Pflegeverfahren bieten Fachbetriebe eine spezielle Faserausrüstung, die sich schützend über die Wollfasern legt und die Gefahr von Pilling minimiert. Wenn die ‚Pillinge‘ bereits entstanden sind, können sie nur sehr vorsichtig mit einem Fusselrasierer entfernt werden. Fragen Sie im Fachbetrieb danach.

3. Irrtum: Nur die Handwäsche ist sicher

Was umgangssprachlich als ‚Einlaufen‘ bezeichnet wird, nennen die Experten ‚Krumpfen‘. Im Klartext:  Die Wolle ist verfilzt, das Gewebe hat sich zusammen gezogen. Auch heute wird die Handwäsche als einzig sicherer Weg propagiert, Wolle vor dem Einlaufen zu schützen. Mit der Entwicklung moderner Profitechnik hat sich das längst überholt. Genauso wie die Empfehlung, ‚gekrumpfte‘ Textilien durch eine erneute Handwäsche reparieren zu können oder sie im feuchten Zustand wieder ‚zurecht zu ziehen‘. Vielleicht lässt sich das Gewebe mit Gewalt etwas dehnen, eine einmal geschädigte (veränderte) Faser kann jedoch nicht wieder in ihre Ursprungsform gebracht werden. Sind die Fasern erst einmal verfilzt, ist dieser physikalische Prozess nicht rückgängig zu machen.

Fakt ist: Bewährte Profitechnik verhindert Einlaufen!

Textilreiniger/innen verhindern ein Einlaufen, indem sie die geeignete Maschinentechnik einsetzen. Sie orientieren sich an der Pflegekennzeichnung und entscheiden auf der Basis ihres umfassenden Fachwissens. Für Wollwaren, die aufgrund ihrer Warenart oder Verarbeitung kein Wasser vertragen, ist eine Lösemittelbehandlung die Methode der Wahl; waschbare Textilien werden sanft und gründlich nassgereinigt.

Ein werterhaltendes Extra in der Profipflege ist die Imprägnierung, die Richard Sterr insbesondere für Wollmäntel, Jacken und Outdoormode empfiehlt. Die feuchtigkeitsabweisende Textilausrüstung bewahrt selbst verfilzte Ware vor erneutem Krumpfen und bietet Komfort durch atmungsaktiven Nässeschutz.

Lassen Sie sich im DTV-Fachbetrieb in Ihrer Nähe beraten! Damit Sie sich in echter Wolle rundherum gepflegt und wohlfühlen. Gehen Sie sicher, dass Sie Ihre Lieblingsstücke aus Mohair, echter Neuseelandwolle oder edlem Kaschmir auch direkt auf der Haut sorglos und entspannt genießen können: Ob Schal oder Mütze, Kuscheldecke oder handgestricktes Sofakissen. Wolle ist so vielseitig wie die Leistungen im Fachbetrieb Ihres Vertrauens.